Wasserbedarf-Rechner
Für die tägliche Trinkmenge gibt es keine exakte Formel – der Bedarf hängt von Temperatur, Bewegung, Ernährung und Gesundheitszustand ab. Dieser Rechner liefert deshalb ausdrücklich einen Orientierungswert: einen Grundbedarf nach Körpergewicht plus einen Zuschlag für Training.
Anzeige
Orientierungswert
Trinkmenge pro Tag
2,3 l – 2,6 l
- Grundbedarf
- 2,3 l – 2,6 l
- Zuschlag Training
- kein Zuschlag
Was hier nicht eingerechnet ist
Der Wert bezieht sich auf Getränke. Etwa 20 bis 30 Prozent der Flüssigkeit nehmen die meisten Menschen zusätzlich über feste Nahrung auf – vor allem über Obst, Gemüse und Suppen. Wer viel davon isst, braucht entsprechend weniger zu trinken.Anzeige
Verwendete Formel
Wir kombinieren zwei gebräuchliche Ansätze: die Faustregel nach Körpergewicht und einen Zuschlag für den Schweissverlust beim Sport.
Grundbedarf = Körpergewicht in kg × 30 bis 42 ml
Trainingszuschlag = Trainingsstunden × 400 bis 800 ml
Gesamt = Grundbedarf + Trainingszuschlag
Der Faktor je Kilogramm richtet sich nach deinem Alltag: 30 bis 33 ml bei überwiegend sitzender Tätigkeit, 33 bis 37 ml bei regelmässiger Bewegung, 37 bis 42 ml bei körperlicher Arbeit, intensivem Training oder Hitze.
Zum Vergleich: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt als Referenzwert für die gesamte Zufuhr – Getränke und Nahrung zusammen – rund 2,0 Liter pro Tag für Frauen und 2,5 Liter für Männer bei moderaten Bedingungen. Etwa 20 bis 30 Prozent davon stammen üblicherweise aus fester Nahrung.
Rechenbeispiel
Eine Person wiegt 68 kg, ist im Alltag mässig aktiv und war heute 45 Minuten laufen.
- Grundbedarf: 68 × 33 = 2.244 ml bis 68 × 37 = 2.516 ml
- Trainingszeit: 45 Minuten = 0,75 Stunden
- Zuschlag: 0,75 × 400 = 300 ml bis 0,75 × 800 = 600 ml
- Gesamt: rund 2,5 bis 3,1 Liter
Davon kommen etwa 0,5 bis 0,8 Liter üblicherweise über das Essen hinzu – zu trinken bleiben also grob 2,0 bis 2,5 Liter.
Was das Ergebnis bedeutet
Der wichtigste Hinweis vorweg: Bei gesunden Menschen ist das Durstgefühl ein zuverlässiger Regler. Wer auf Durst reagiert und regelmässig trinkt, kommt ohne Rechnen gut zurecht. Der Zahlenwert hier hilft vor allem dann, wenn du einschätzen willst, ob deine bisherige Menge grob im Rahmen liegt.
Ein praktischerer Anhaltspunkt als jede Formel ist die Urinfarbe: hell bis strohgelb spricht für eine ausreichende Zufuhr, dunkelgelb bis bernsteinfarben eher für zu wenig. Auch das ist kein exakter Messwert – Vitaminpräparate und einzelne Medikamente färben den Urin unabhängig von der Trinkmenge.
Beim Sport gilt: Der Verlust über Schweiss schwankt enorm, je nach Intensität, Temperatur und Person zwischen etwa 0,3 und über 2 Litern pro Stunde. Wer sich vor und nach einer Einheit wiegt, bekommt den genauesten persönlichen Wert – jedes fehlende Kilogramm entspricht etwa einem Liter Flüssigkeit.
Anzeige
Grenzen dieser Berechnung
- Die 30-ml-Regel ist eine Faustformel. Sie beruht nicht auf einer eigenständigen wissenschaftlichen Herleitung, sondern hat sich in der Praxis eingebürgert. Behandle sie entsprechend.
- Getränke sind nicht alles. Obst, Gemüse, Suppen und Milchprodukte tragen erheblich zur Flüssigkeitszufuhr bei. Der Rechner kann das nicht wissen.
- Umgebung wird nur grob berücksichtigt. Ein Hochsommertag, Höhenaufenthalt oder trockene Heizungsluft verändern den Bedarf deutlich.
- Bei bestimmten Erkrankungen gilt das Gegenteil. Bei Herzschwäche, fortgeschrittener Niereninsuffizienz oder unter bestimmten Medikamenten wird die Trinkmenge ärztlich begrenzt. In diesen Fällen ist die ärztliche Vorgabe massgeblich, nicht dieser Rechner.
- Zu viel ist auch nicht gut. Sehr grosse Mengen in kurzer Zeit können den Natriumspiegel im Blut gefährlich absenken. Das betrifft vor allem Ausdauersportler, die während langer Belastungen ausschliesslich Wasser trinken.
Häufige Fragen
Zählen Kaffee und Tee mit?
Ja. Die früher verbreitete Annahme, Kaffee entziehe dem Körper Flüssigkeit, gilt als überholt. Bei moderatem Konsum zählen Kaffee und Tee zur Flüssigkeitsbilanz dazu. Bei sehr hohen Mengen wirkt Koffein zwar leicht harntreibend, der Nettoeffekt bleibt aber positiv.
Muss ich zwei Liter am Tag trinken?
Die verbreitete Zwei-Liter-Regel ist eine Vereinfachung. Der tatsächliche Bedarf hängt von Körpergrösse, Aktivität und Temperatur ab und kann darunter oder deutlich darüber liegen. Wichtiger als eine feste Zahl ist, über den Tag verteilt zu trinken und auf Durst zu reagieren.
Woran merke ich, dass ich zu wenig trinke?
Typische frühe Anzeichen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und dunkler Urin. Trockener Mund und starkes Durstgefühl treten oft erst auf, wenn bereits ein spürbares Defizit besteht. Bei älteren Menschen ist das Durstempfinden zusätzlich abgeschwächt.
Brauche ich beim Sport ein Elektrolytgetränk?
Bei Einheiten unter etwa einer Stunde reicht Wasser in aller Regel aus. Bei längeren Belastungen, starkem Schwitzen oder Hitze kann eine Zufuhr von Natrium sinnvoll sein – das geht auch über eine salzhaltige Mahlzeit danach.
Passende Rechner
Quellen
- [1]EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (2010): Scientific Opinion on Dietary Reference Values for water. EFSA Journal 8(3), 1459. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2010.1459
- [2]Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. DGE, Bonn. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/