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Idealgewicht-Rechner

„Das eine Idealgewicht“ gibt es nicht – und genau das zeigt dieser Rechner. Er rechnet deine Körpergrösse mit fünf etablierten Formeln durch und stellt die Ergebnisse nebeneinander. Die Unterschiede zwischen ihnen sind aufschlussreicher als jeder Einzelwert.

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Geschlecht

Orientierungswerte

Spanne über alle fünf Formeln

61,2 kg – 63,6 kg

Durchschnitt: 62,5 kg

Ergebnisse der einzelnen Formeln
FormelHerkunftErgebnis
Broca-IndexHistorische Faustformel (Paul Broca, 1871)61,2 kg
DevineAus der Arzneimitteldosierung (1974)63,2 kg
RobinsonÜberarbeitung der Devine-Formel (1983)62,1 kg
MillerAlternative Auswertung derselben Daten (1983)63,6 kg
HamwiAus der Diabetesberatung (1964)62,5 kg
BMI-NormalbereichWHO-Klassifikation (BMI 18,5–24,9)54,7 kg 73,7 kg

Kein Zielgewicht, sondern ein Anhaltspunkt

Die fünf Formeln kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen – schon das zeigt, dass es das eine Idealgewicht nicht gibt. Vier davon wurden ursprünglich entwickelt, um Medikamentendosen zu berechnen, nicht um ein Wunschgewicht festzulegen. Nutze die Spanne als groben Rahmen und nicht als Vorgabe.

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Verwendete Formel

Vier der fünf Formeln arbeiten nach demselben Muster: ein Basiswert plus ein fester Zuschlag für jeden Zoll (2,54 cm) über fünf Fuss (152,4 cm). Das erklärt auch ihre Herkunft – sie stammen aus dem englischsprachigen Raum.

Zoll über 5 Fuss = (cm − 152,4) ÷ 2,54

Broca: (cm − 100) × 0,9 (Männer) bzw. × 0,85 (Frauen)

Devine: 50,0 / 45,5 kg + 2,3 kg je Zoll

Robinson: 52,0 kg + 1,9 / 49,0 kg + 1,7 je Zoll

Miller: 56,2 kg + 1,41 / 53,1 kg + 1,36 je Zoll

Hamwi: 48,0 kg + 2,7 / 45,5 kg + 2,2 je Zoll

Zusätzlich zeigen wir die Gewichtsspanne, die bei deiner Grösse einem BMI von 18,5 bis 24,9 entspricht. Diese Spanne beruht als einzige der hier gezeigten Angaben auf einer aktuellen, international gebräuchlichen Klassifikation.

Rechenbeispiel

Ein Mann ist 183 cm gross.

  1. Zoll über 5 Fuss: (183 − 152,4) ÷ 2,54 = 12,05
  2. Broca: (183 − 100) × 0,9 = 74,7 kg
  3. Devine: 50,0 + 2,3 × 12,05 = 77,7 kg
  4. Robinson: 52,0 + 1,9 × 12,05 = 74,9 kg
  5. Miller: 56,2 + 1,41 × 12,05 = 73,2 kg
  6. Hamwi: 48,0 + 2,7 × 12,05 = 80,5 kg

Die Ergebnisse liegen zwischen 73,2 und 80,5 kg – ein Unterschied von über sieben Kilogramm. Der BMI-Normalbereich für 183 cm reicht derweil von 62,0 bis 83,4 kg und ist damit noch einmal deutlich weiter.

Was das Ergebnis bedeutet

Wenn fünf anerkannte Formeln bei derselben Person um sieben Kilogramm auseinanderliegen, sagt das mehr über die Formeln aus als über die Person. Keine von ihnen wurde entwickelt, um ein gesundheitliches Zielgewicht zu bestimmen.

Devine, Robinson, Miller und Hamwi stammen aus der klinischen Praxis: Man brauchte eine standardisierte Bezugsgrösse, um Medikamentendosen zu berechnen – etwa bei Antibiotika, deren Dosis sich nicht am tatsächlichen, sondern an einem normierten Gewicht orientiert. Broca ist noch älter und war von Anfang an eine Faustregel ohne wissenschaftlichen Anspruch.

Sinnvoll nutzen lässt sich die Spanne so: Liegt dein Gewicht innerhalb oder nahe daran, gibt es aus dieser Perspektive keinen Anlass zur Sorge. Liegt es deutlich darüber oder darunter, ist der BMI-Rechner die etwas aktuellere Einordnung – und ein ärztliches Gespräch die verlässlichste.

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Grenzen dieser Berechnung

  • Nur die Körpergrösse zählt. Körperbau, Muskelmasse, Alter und Trainingszustand fliessen in keine der Formeln ein. Zwei gleich grosse Menschen bekommen immer dasselbe Ergebnis.
  • Die Formeln sind alt. Sie stammen aus den Jahren 1871 bis 1983 und beruhen überwiegend auf Daten nordamerikanischer Erwachsener. Ob sie auf heutige Bevölkerungen übertragbar sind, ist offen.
  • Zweckentfremdung. Formeln aus der Arzneimitteldosierung sagen nichts über Gesundheit, Fitness oder Wohlbefinden aus.
  • Nur binäre Geschlechtsangabe. Die Formeln unterscheiden ausschliesslich zwischen „männlich“ und „weiblich“. Eine differenziertere Datengrundlage existiert für sie nicht.
  • Kein Ziel für eine Diät. Ein Zahlenwert aus einer Formel von 1974 ist keine geeignete Grundlage, um das eigene Essverhalten zu steuern.

Häufige Fragen

Welche Formel ist die beste?

Keine sticht heraus. In Untersuchungen zur Arzneimitteldosierung wird Devine am häufigsten verwendet, weil sie am längsten etabliert ist – nicht weil sie am genauesten wäre. Für die Einschätzung des eigenen Gewichts ist der BMI-Normalbereich die zeitgemässere Angabe.

Warum liegt Broca bei grossen Menschen so hoch?

Broca rechnet linear mit der Körpergrösse in Zentimetern minus 100. Bei sehr grossen Menschen führt das zu hohen Werten, bei sehr kleinen zu unrealistisch niedrigen. Die Formel funktioniert am ehesten im mittleren Bereich zwischen etwa 160 und 180 cm.

Soll ich mein Gewicht an diesen Werten ausrichten?

Nein. Nutze die Spanne als groben Rahmen, nicht als Vorgabe. Ein gesundes Gewicht ist eines, bei dem du dich belastbar fühlst, gut schläfst und deine Blutwerte in Ordnung sind – das lässt sich mit keiner Formel berechnen.

Warum unterscheiden sich die Werte für Frauen und Männer?

Alle fünf Formeln setzen für Frauen einen niedrigeren Basiswert an, weil Frauen im statistischen Mittel eine geringere Muskel- und Knochenmasse haben. Der Unterschied beträgt je nach Formel zwischen zwei und fünf Kilogramm bei gleicher Körpergrösse.

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Quellen

  1. [1]Devine BJ (1974): Gentamicin therapy. Drug Intelligence & Clinical Pharmacy 8(11), 650–655.
  2. [2]Robinson JD, Lupkiewicz SM, Palenik L et al. (1983): Determination of ideal body weight for drug dosage calculations. American Journal of Hospital Pharmacy 40(6), 1016–1019.
  3. [3]Miller DR, Carlson JD, Loyd BJ, Day BJ (1983): Determining ideal body weight (Letter). American Journal of Hospital Pharmacy 40(10), 1622.
  4. [4]Hamwi GJ (1964): Therapy: changing dietary concepts. In: Danowski TS (Hrsg.), Diabetes Mellitus: Diagnosis and Treatment, American Diabetes Association.
  5. [5]Weltgesundheitsorganisation (WHO): Obesity and overweight – Fact sheet. WHO, Genf. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/obesity-and-overweight